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SRH JAHRESBERICHT 2024 – 25
DIGITALISIERUNG GESTALTEN
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„KI entfaltet nur Sinn,
wenn sie als Werkzeug
genutzt wird.“
Warum müssen sich Unternehmen so intensiv mit der KI beschäftigen?
Weil sie da ist – und bleibt. Technologien verschwinden nicht mehr, wenn sie
einmal da sind. Man kann KI gut oder schlecht 昀椀nden, aber sie geht nicht mehr
aus der Welt. Der größte Fehler wäre, sich nicht damit zu beschäftigen. Das
Künstliche Intelligenz verändert nicht nur Technologien, sondern auch unser
gilt für jeden Menschen genauso wie für jedes Unternehmen. Wenn man sich
Denken und Handeln. Wie erleben Sie diesen Wandel?
verweigert, entfremdet man sich von der Realität. Unsere Wettbewerber wer-
Im Kern ist es so: KI bildet eine fundamentale technologische Zäsur. Früher
den KI nutzen – und wir müssen das auch tun, um die Qualität und Ef昀椀zienz
haben wir deterministisch programmiert – also eindeutige und starre Input-
unserer Leistungen zu halten oder zu steigern. Außerdem werden Mitarbeiten-
Output-Modelle implementiert. Heute lernen Systeme selbst und generieren
de in ein paar Jahren nicht mehr bei einem Unternehmen arbeiten wollen, das
Ergebnisse auf Basis ihres eigenen Lernzustands. Das ist eine völlig neue Qua-
keine KI nutzt. KI gehört einfach zur Innovationsfähigkeit dazu.
lität, weil sie dem menschlichen Lernen ähnelt. Ich glaube, wir stehen da wirklich am Anfang einer Entwicklung, die unser Leben tiefgreifend verändern wird
Oft wird KI als Weiterentwicklung der IT verstanden. Wie sehen Sie das?
– in der Politik, in der Bildung, in der Arbeitsorganisation und letztlich in der
Das ist einerseits richtig, andererseits falsch. Es gibt natürlich weiterhin viele
gesamten Gesellschaft.
klassische IT-Aufgaben – Netzwerke, Applikationen, Geräte. Aber KI verändert
die Grundlogik. Wir programmieren nicht mehr nach festen Modellen, sondern
schaffen lernende Systeme, die sich eigenständig weiterentwickeln. Das hat
eine enorme Tragweite. Trotzdem hat sich die Struktur unserer IT dadurch bisher noch nicht grundlegend verändert. Dafür ist es noch zu früh. Im Moment
mischt sich KI überall ein, aber die Basisarbeit bleibt bestehen.
Wo wird KI bei der SRH heute bereits eingesetzt?
In vielen Bereichen. Viele nutzen Systeme wie ChatGPT, Mistral oder Perplexity, um Texte vorzubereiten, Informationen zu strukturieren oder Ideen zu
generieren. Ich sage dabei ganz deutlich: Dieser Einsatz ist nicht angeordnet,
sondern entsteht aus der Initiative der Mitarbeitenden heraus – viele entdecken die Vorteile einfach im eigenen Arbeitsalltag.
In der Lehre geschieht dies bei der Unterrichtsvorbereitung, in der Medizintechnik bei der Befundung, in der Verwaltung etwa bei der Buchhaltung: Früher mussten Buchungscodes manuell herausgesucht werden, heute erkennt
das System Zusammenhänge selbst und kann vollständige Buchungssätze
vorschlagen. Im Gesundheitswesen gibt es schon sehr gute Systeme, die bei
der radiologischen Bildanalyse helfen oder seltene Krankheiten erkennen.
KI kann auch bei der Therapieplanung unterstützen.
Diese technologischen Möglichkeiten halten kontinuierlich Einzug in unsere
Arbeitswelt. Gleichzeitig werden auf nationaler und EU-Ebene rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI geschaffen, die wir einhalten müssen.
Deshalb haben wir bereits früh eine KI-Richtlinie verabschiedet, die den rechtlich sofort möglichen Rahmen sowie erste Datenschutzmaßnahmen absteckte. Selbstverständlich wollen wir darüber hinausgehen und haben nun auch
die Grundlagen dafür geschaffen.
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