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Und welche Risiken sehen Sie?
Risiken sehe ich vor allem zwei. Erstens: die Sorge, dass sich Systeme irgendwann selbstständig entwickeln und den Menschen ersetzen. Und zweitens: die Gefahr, dass wir eigene Fähigkeiten verlieren, wenn wir uns zu sehr auf KI verlassen. Wenn ich bei jedem Problem zuerst die
KI frage, verlerne ich irgendwann, selbst zu denken. Wenn ich die KI bitte, einen Text zu strukturieren, verliere ich selbst rasch die Struktur.
Sie haben gerade auch die Ängste angesprochen, dass Arbeitsplätze verloren gehen könnten.
Wie geht die SRH mit dieser Sorge um?
Unsere Mission ist es, Menschen zu einem selbstbestimmten Leben zu befähigen – das ist der
Kern der SRH. Und genau das kann keine KI. In allen Bereichen, in denen Menschen direkt mit
Menschen arbeiten – sei es in der P昀氀ege, in der Therapie oder in der Lehre –, wirkt KI unterstützend, nicht ersetzend. Im Gegenteil, ich glaube, dass die KI mehr Zeit und Raum für Zwischenmenschlichkeit und Empathie lässt.
Wie unterstützen Sie die Mitarbeitenden in diesem Veränderungsprozess?
Damit der Einsatz von KI funktioniert, müssen alle, die damit arbeiten, geschult werden. Dazu haben wir ein Trainings- und Schulungsprogramm entwickelt. Dieses greift, sobald KI im Arbeitskontext verp昀氀ichtend genutzt wird.
Führungskräfte müssen dabei Orientierung geben – also selbst verstehen, wie
KI funktioniert, bevor sie ihre Teams darin begleiten und befähigen können.
Das Stichwort „Begleitung“ ist ja zentral für die SRH. Lässt sich diese Haltung auch auf den Umgang mit KI übertragen?
KI ist ein Werkzeug – und sie entfaltet nur Sinn, wenn sie als Werkzeug genutzt
wird. Nicht, wenn die Technologie über uns Menschen bestimmt. Wir wollen
Mitarbeitende dabei unterstützen, dieses Werkzeug sinnvoll einzusetzen. Unsere Aufgabe als Führungskräfte ist es, die Menschen zu begleiten, ihnen Sicherheit zu geben und sie zu befähigen, selbstständig und verantwortlich mit
der Technologie umzugehen. Aber auch die Selbstverantwortung spielt dabei
eine große Rolle.
Was bedeutet das alles für die SRH als Bildungs- und Gesundheitsorganisation – und wie sieht für Sie eine „gute KI-Zukunft“ aus?
» KI ist für mich ein gesellschaftlicher
Lernprozess, der gerade erst begonnen hat. Wir alle lernen noch, damit
umzugehen. «
KI ist für mich ein gesellschaftlicher Lernprozess, der gerade erst begonnen
hat. Wir alle lernen noch, damit umzugehen. Ich glaube, dass die Menschen
sich durch die verstärkte Nutzung von KI künftig noch stärker auf die anderen Menschen konzentrieren und sich einander zuwenden. Und ich bin sicher:
Wenn wir in einem Jahr wieder über das Thema sprechen, werden wir über
vieles lächeln, was uns heute noch intensiv beschäftigt.
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